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Team von Coming-In im Interview


Marco Kreuzpaintner
Marco Kreuzpaintner
© www.facebook.com/kreuzpaintner

Im Oktober startet mit „Coming In“ der neue Kinofilm von Marco Kreuzpaintner. Der offen schwule Regisseur begeisterte bereits 2004 mit seinem Drama „Sommersturm“. Auch diesmal ist Schauspieler Kostja Ullmann wieder mit von der Partie. Er spielt einen homosexuellen Star-Friseur, der plötzlich Gefühle für eine Frau entwickelt. Seine schwule Clique findet dies gar nicht witzig. Wie sich Tom am Ende entscheidet, könnt ihr ab 23.10. im Kino sehen. Wir wollten von Marco Kreuzpaintner wissen, wie man als Schwuler auf so eine Filmidee kommt und von Schauspieler Kostja Ullmann, wie er sich auf diese Rolle vorbereitet hat.

Marco Kreuzpaintner, wie kamen Sie auf die Idee zu „Coming In“?
Ich saß mit Roland Emmerich in Berlin beim Abendessen, als er sagte: „Der Ton, den du damals in der romantischen Dramödie „Sommersturm“ angeschlagen hast, gefällt mir unter deinen Filmen am besten. Daran solltest du anknüpfen.“ Ich empfinde das durchaus anders und habe zum Beispiel auch an meinem Thriller „Trade – Willkommen in Amerika“ sehr gern gearbeitet. Aber er sieht mich weiterhin als Begabung für romantische Komödien.
Mein Problem dabei: Romantische Komödien funktionieren im Grunde genau wie die berühmte Tragödie „Romeo und Julia“: Zwei Liebende wollen zusammenkommen, können es aber nicht.
Doch in unserer heutigen liberalen Welt gibt es kaum noch Hürden, die Liebende nicht überwinden könnten. Soziale Klassenunterschiede halten zum Beispiel niemanden ernsthaft von einer Beziehung ab. Einzig in sexueller Hinsicht gibt es heute noch schwer überwindbare Grenzen. Schwule sagen: Wir sind weder gleich noch anders, wir haben einfach unsere eigene Identität. Aufgrund jahrzehntelanger Diskriminierung hat sich in dieser Szene eine gewisse Abschottung entwickelt. Sie ist inzwischen zwar aufgebrochen, aber immer noch werden die Menschen in Schubladen gesteckt: hetero – bi – schwul. Wer in keine dieser Schubladen passt, bekommt oft Probleme.

Regisseur Stephen Daldry (‚Der Vorleser‘) wurde in einem Interview gefragt: „Sie leben mit einer Frau zusammen, haben aber offensichtlich Beziehungen mit Männern, haben auch Kinder, was sind Sie denn nun?“ Seine Antwort: „Ich bezeichne mich selbst als homosexuell, weil jede andere Definition die Menschen verwirren würde.“ Genau diese Verwirrung interessierte mich an „Coming In“. In dieser romantischen Komödie dürfen ein Hetero-Mädchen und ein schwuler Junge einfach nicht zusammenkommen. Und wir treiben das ironisch auf die Spitze, indem die „feindlichen Lager“ dafür kämpfen, dass beide Beteiligten gefälligst in ihren Schubladen zu bleiben haben. Im Grunde ist es also eine Coming-out-Geschichte, die um Liberalität in jeder Hinsicht wirbt. Als ich Roland die Idee erzählte und ihm den Titel „Coming In“ vorschlug, war er begeistert.

Toms Freundesclique reagiert auf sein Aufbrechen dieser Strukturen mit vehementer Ablehnung, weil das für sie politisch nicht vertretbar ist. Sie haben dafür gekämpft, dass jemand wie Star-Friseur Tom Herzner zur Ikone der Szene aufsteigt und von allen Gesellschaftsschichten akzeptiert wird.
Das könnte ebenso gut ein Geschichtsprofessor oder ein Sportler sein. Diese Akzeptanz macht die ganze Schwulenbewegung stolz. Aber wenn Tom dieses Lager verlassen will, dann tut das seinen Freunden weh. Sie leben diese Überzeugung, und ich nehme sie darin ernst, denn diese Meinungen und Dialoge kenne ich aus erster Hand, aus meinen Gesprächen mit schwulen Freunden.

Coming In
Coming In
© Warner Bros. Entertainment

Ich, als Jüngerer, wehre mich dann regelmäßig gegen das Klischeedenken wie „die da“ und „wir“. Tatsächlich handelt es sich um einen Generationskonflikt zwischen älteren und jüngeren Schwulen – und um die Forderung der Liberalität in den eigenen Reihen. Ich als Schwuler darf selbstironisch mit diesen Facetten spielen, ich darf, ja, ich muss politisch unkorrekt sein, denn alles andere wäre peinlich und engstirnig. Insofern fasse ich unseren Film als einen großen Kinospaß auf, in dem unter anderem auch einige ernste, nachdenkenswerte Akkorde angeschlagen werden. Und deswegen breche ich bewusst aus diesen Schubladen aus, ich weigere mich, Tom von vornherein auf eine Identität festzulegen. Hier geht es nicht um Raster, sondern um Menschen.

Warum trägt ausgerechnet Heidi im Film Latzhosen? Sucht Tom deswegen in ihr eigentlich den Jungen? Wenn jemandem solche Gedanken in den Sinn kommen, heißt das einfach nur, dass wir alle in archaischen Strukturen und Urängsten gefangen sind, von denen wir uns nur schwer lösen können. All das möchte ich überwinden.

Kostja Ullmann, wie haben Sie sich auf die Rolle des Tom Herzner vorbereitet?
Ich habe mich mit Marco Kreuzpaintner intensiv vorbereitet und das Konzept meiner etwas weicheren Körperbewegungen in dieser Rolle nicht nur entwickelt, sondern auch schon zwei Monate vor Drehbeginn konsequent umgesetzt. Denn vor der Kamera darf mein Verhalten nicht überlegt wirken – es muss spontan, intuitiv sein. Das Schöne an meinem Beruf: Immer wieder arbeite ich mich in neue Themen ein. Diesmal durfte ich lernen, wie kreativ man sich als Friseur austoben kann. Etwa zwei Monate vor Drehbeginn bin ich bei unserer Maskenbildnerin Charlotte Chang in die Lehre gegangen, habe gelernt, wie man Kundinnen das Haar wäscht und wie man die Haare dann abteilt, um sie zu schneiden. Die Übungen habe ich zu Hause an einer Puppe fortgesetzt.
Endlich durfte ich dann auch richtig schneiden: Spitzen schneiden, Stufenschnitt, Fassonschnitt, Dauerwelle.


20.10.2014 / 11220

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